Uiguren im Exil: Das Ende des Schweigens

WDR, 14.05.2019

Uiguren in Xinjiang müssen jederzeit fürchten, von chinesischen Behörden in eines der Umerziehungslager gebracht zu werden. Aber auch für diejenigen, die im Ausland leben kann das Leben zur Hölle werden. Nur wenige trauen sich, frei zu sprechen.

Niemand kennt die genaue Zahl, aber Experten schätzen, dass über eine Million Menschen der Volksgruppe der Uiguren derzeit verhaftet und in Lagern eingesperrt sind. Die chinesische Regierung nennt sie “Re-Education-Camps”, Berufsbildungszentren. Aus den gut abgeschotteten Camps dringt kaum etwas nach außen, wenn doch, dann sind es Berichte über unmenschliche Behandlung und auch Folter. Deswegen sprechen Menschenrechtsorganisationen und mittlerweile auch die US-Regierung von Konzentrationslagen.

Viele Uiguren leben heute im Exil, unter anderem in Deutschland, und könnten frei darüber berichten, wie die chinesische Regierung gegen die Minderheit vorgeht. Doch die wenigsten trauen sich. Angst und Sorge vor den Konsequenzen sind in ihrem Leben allgegenwärtig.

Sie fühlen sich unter ständiger Beobachtung und fürchten, dass ihre Verwandten und Bekannten in Xinjiang darunter leiden, wenn sie die Missstände dort anprangern. Daher entscheiden sich viele für Zurückhaltung und beugen sich dem Willen der chinesischen Regierung: Sie schweigen.

Stephan Beuting hat Uiguren getroffen, die den Mut haben zu reden.

Autor: Stephan Beuting