China lädt europäische Diplomaten in Unruheregion Xinjiang ein

tt, 13.03.2019

Peking (APA/AFP) – Angesichts der internationalen Kritik an Internierungslagern für Angehörige der muslimischen Volksgruppe der Uiguren in Xinjiang will China europäischen Diplomaten Zugang zu der Unruheregion gewähren. Die Botschafter der europäischen Länder seien eingeladen worden, sich selbst ein Bild von der Lage an Ort und Stelle zu machen, teilte das chinesische Außenministerium am Donnerstag mit.

Die UNO schätzt auf Grundlage von Expertenangaben, dass bis zu eine Million Uiguren und Mitglieder anderer hauptsächlich muslimischer Minderheiten in Umerziehungslagern in Xinjiang festgehalten werden. Die chinesische Regierung spricht hingegen von „Ausbildungszentren“, die dazu beitragen sollten, radikalisierte Muslime vom Terrorismus fernzuhalten und sie in die Gesellschaft zu reintegrieren.

Ein Termin für die Reise der europäischen Diplomaten stehe noch nicht fest, sagte der chinesische Außenamtssprecher Geng Shuang. Die Visite soll nach seinen Angaben das Bild von Xinjiang in Europa korrigieren und den Besuchern die „wirtschaftliche und soziale Entwicklung“ der Region vor Augen führen.

Nach Angaben des französischen Botschafters in China, Jean-Maurice Ripert, erhielt bisher keiner seiner EU-Kollegen eine offizielle Einladung. Die EU-Botschafter würden das Angebot aber gerne annehmen, fügte er hinzu.

China hatte bereits im Jänner drei EU-Vertreter nach Xinjiang eingeladen. Die Delegation besuchte auch eines der umstrittenen „Ausbildungszentren“, kritisierte im Anschluss aber, dass ihre Gesprächspartner nur auswendig gelernte Texte abgespult hätten. Das Verhältnis der Europäischen Union zu China war am Donnerstag Thema beim EU-Gipfel in Brüssel.