Architektur, Kunst, Musik und Druckkunst

Auch in der Architektur, Kunst und Musik blicken die Uiguren auf eine reiche Geschichte zurück. Gelehrte, Archäologen und chinesische Gesandte die durch Ostturkestan reisten, brachten oft ihre hohe Wertschätzung und Achtung der uigurischen Kultur zum Ausdruck. Sie zeigten sich voller Bewunderung für die weiterentwickelte Zivilisation und Kultur. So schrieb der chinesische Abgesandte Wang Yen De während seiner Dienstzeit im Krakhoja-Uigur-Königreich (981 – 984) folgendes in seinen Memoiren:

„Ich war von der ausgedehnten Zivilisation im Uigurenreich beeindruckt. Die Schönheit der Tempel, Klöster, Wandgemälde, Statuen, Türme, Gärten, Wohnstätten und der Paläste im ganzen Königreich kann nicht beschrieben werden. Die Uiguren sind sehr geschickt im Kunsthandwerk von Gold und Silber, Vasen und Keramik. Manche sagen, dass nur Gott dieses Talent ihnen zukommen ließ.“

Albert Grünwedel schrieb:

„Turfan ist zweifelsohne eine vergessene asiatische Stadt von außergewöhnlichem Interesse. Ihre Größe ist bemerkenswert: die innere, heilige Stadt, bestehend aus Tempel und Palast, misst 7.400 Fuß am weitest entfernten Punkt der noch vorhandenen Mauern. Hunderte von terrassenförmig angelegten Tempeln und grandios gewölbten Gebäuden erstrecken sich über ein ausgedehntes Gebiet des Landes.“

Ferdinand de Sassure:

„ Jene, welche die Sprache und die schriftliche Kultur des zentralasiatischen Raumes erhielten, waren die Uiguren. „

Albert von Lecoq beschrieb die Entwicklung im 7. und 8. Jahrhundert:

„Die Uiguren-Sprache und -Schrift trugen zur Bereicherung der Zivilisationen anderer Völker in Zentralasien bei. Im Vergleich zu den Europäern der damaligen Zeit waren die Uiguren weit fortschrittlicher entwickelt. Dokumente, die in Ostturkestan gefunden wurden, belegen, dass ein Uigurischer Bauer in der Lage war, einen Vertrag in rechtskräftiger Terminologie aufzusetzen. Wie viele europäische Bauern hätten das in der Zeit gekonnt? Dies zeigt die Ausdehnung der damaligen Uigurischen Zivilisation.“

Laszlo Rasonyi:

„Die Uiguren wussten, wie man Bücher druckt, Jahrhunderte bevor Gutenberg seine Druckerpresse erfand.“

Wolfram Eberhard:

„Im Mittelalter wurden Poetik, Literatur, Theater, Musik und Malerei der Chinesen erheblich von den Uiguren beeinflusst.“

Der russische Gelehrte Pantusov schreibt, dass die Uiguren ihre eigenen Musikinstrumente bauten. Es gab 62 verschiedene Instrumente und jeder Haushalt besaß eine „Dutar“.

Ansehen, Kultur und Macht der Uiguren dominierten in Zentralasien mehr als 1000 Jahre. Der Machtverlust der Uiguren und rasche Untergang eines Teils ihrer Zivilisation begann mit der Invasion durch die Mandschus im letzten Jahrhundert. Die chinesischen Nationalisten setzten diese Fremdherrschaft fort und ebneten den Weg für die heute regierenden Kommunisten. Angesichts ihrer extremen Sinisierungspolitik müssen die Uiguren heute die vollständige Zerstörung ihrer Kultur und damit ihre Identität als Volk befürchten.

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