Rebiya Kadeer

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Frau Rebiya Kadeer ist die bekannteste Verfechterin der Menschenrechte und die Führerin des Uigurischen Volkes. Sie ist 60 Jahre und Mutter von elf Kindern. Sie schaffte es von einer einfachen Wäscherin zur erfolgreichen Unternehmerin eines Millionenunternehmens. Wegen ihres Eintretens für die Anliegen der Uiguren verbrachte sie 6 Jahre in chinesischer Gefangenschaft. Vor ihrer Verhaftung im Jahr 1999 war sie eine sehr bekannte Uigurische Geschäftsfrau und an siebter Stelle der wohlhabendsten chinesischen Unternehmerinnen.

Frau Kadeer ist eine fürsorgliche Mutter, menschenfreundlich und politisch aktiv. Sie gründete und leitete ein Multimillionendollar Handelsunternehmen und Kaufhaus in Urumchi, Hauptstadt  der Xinjiang Autonomen Region (frühe Ostturkestan). Sie engagierte sich, um hilfsbedürftigen Uiguren insbesondere Frauen und Kindern zu helfen. Um Kinder aus armen uigurischen Familien zu unterrichten, eröffnete sie in ihrem Warenhaus kostenlose Schulklassen. Sie gründete die Bewegung „Tausend Mütter“ im Jahr 1997 und ermutigte uigurische Frauen selbstständig zu werden. Ihre sozialen Anstrengungen wurden zunächst von der chinesischen Regierung gelobt. Sie wurde im Jahr 1992 als Mitglied des Nationalen Volkskongress Rates berufen und war 1995 Mitglied der chinesischen Delegation zu dem 4. Weltkongress der Frauen der Vereinigten Nationen (UN).

Ursprünglich hoffte Frau Kadeer die Lage des uigurischen Volkes dadurch zu verbessern, indem sie mit den staatlichen chinesischen Systemen zusammenarbeitete. Sie versuchte hohe chinesische Funktionäre, einschließlich des chinesischen Präsidenten, zu überzeugen, ihre harte repressive Haltung gegenüber den Uiguren zu ändern. Pekings Haltung gegenüber Frau Kadeer änderte sich, als diese im März 1997 während der Vollversammlung des Nationalen Volkskongress Rates die chinesische Regierung kritisierte. In ihrer Rede forderte sie die chinesische Regierung auf, die Autonomie des Uigurischen Volkes und ihre Menschenrechte zu würdigen. In scharfem Ton, beanstandete sie die harte Niederschlagung der Demonstration der uigurischen Studenten, welche einen Monat zuvor in der Stadt Ghulja stattgefunden hatte.

Um Frau Kadeer wegen ihres illoyalen Verhaltens gegenüber der Kommunistischen Partei Chinas zu bestrafen, wurde sie von der Partei ausgestoßen. Es wurde ihr die Mitgliedschaft des Nationalen Volkskongress Rates entzogen und verboten ins Ausland zu reisen. Peking übte ferner Druck auf sie aus, sich von ihrem Ehemann Sidiq Rozi, einem Dissidenten der 1996 in die USA geflohen war, scheiden zulassen.

Als sie 1999 unterwegs war, um eine Delegation des amerikanischen Kongresses zu treffen, wurde Frau Kadeer verhaftet und wegen angeblichem Diebstahl von Staatsgeheimnissen zu 8 Jahren Gefängnis verurteilt.

Frau Kadeer wurde für die chinesische Regierung zu einem internationalen Ärgernis nachdem Amnesty International und Human Rights Watch ihren Fall veröffentlichten und nachdrücklich ihre Freilassung verlangten. Im Jahr 2000 hat Human Rights Watch Frau Kadeer mit seiner höchsten Menschenrechtsauszeichnung geehrt. Im Jahr 2004 ehrte sie die norwegische Rafto Stiftung mit dem Rafto Preis. Dann, am 17 März 2005, drei Tage vor dem offiziellen Besuch des amerikanischen Außenministers, wurde sie aus medizinischen Gründen aus der Haft entlassen.

Seit ihrer Haftentlassung engagiert sich Frau Kadeer stark, um die Menschenrechtslage des uigurischen Volkes zu verbessern. Obwohl die chinesische Regierung sich bemüht das Ansehen von Frau Kadeer herabzusetzen, bleibt sie die Mutter und Führerin der uigurischen Nation. Das uigurische Volk setzt in sie seine Hoffnung für eine bessere Zukunft.