Uiguren in China: Kontrolle und Umerziehung

Quelle: Inforadio

Die chinesische Regierung geht, kaum beachtet von der Weltöffentlichkeit, massiv gegen die muslimische Bevölkerung im Land vor, vor allem gegen die Uiguren. Sie gehören zu den 55 Minderheiten im riesigen Reich der Mitte. Die Provinz Xinjiang im äußersten Nordwesten Chinas ist die angestammte Heimat der rund 10 Millionen Uiguren, aber mittlerweile können sie sich dort kaum noch zu Hause fühlen.

Eigentlich ist den Uiguren Religionsfreiheit und kulturelle Selbstbestimmung garantiert, doch die chinesische Regierung in Peking setzt seit Jahren alles daran, dies massiv einzuschränken und die Eigenständigkeit der Uiguren zu unterdrücken.

Inzwischen ist die Provinz Xinjiang zu einem Exempel für einen beispiellosen Überwachungsstaat geworden. Mit modernsten Methoden der Kontrolle und einem Netz an Umerziehungslagern geht China gegen die Uiguren und den Islam vor. Die Benutzung muslimischer Symbole ist verboten, Eltern dürfen ihren Kindern keine muslimischen Namen mehr geben. Um die Uiguren besser zu kontrollieren, gibt es ein System von sogenannten Zwangspaten, die zu den Familien gehen, dort übernachten. 100.000 Zwangspaten gibt es, meist chinesische Regierungsbeamte oder Funktionäre aus Staatsunternehmen. Besonders in den ländlichen Regionen sollen sie sicherstellen, dass die Uiguren die Sprache und die Kultur der chinesischen Mehrheitsgesellschaft pflegen.

Axel Dorloff, der für die ARD als Korrespondent aus China berichtet, hat die Provinz vor kurzem besucht. Zudem schildert er Gabriele Heuser im Gespräch seine Eindrücke und berichtet über schwierige Bedingungen während seiner Recherche.