41-Jährige berichtet von berüchtigten chinesischen Umerziehungslagern

Quelle: Bluewin

China hat die Existenz von Umerziehungslagern in der Unruheprovinz Xinjiang immer wieder bestritten Eine nach Kasachstan geflohene 41-Jährige erklärt nun, dass sie in einem der Lager inhaftiert wurde.

Die chinesische Provinz Xinjiang: Im Jahr 2014 kommt es hier immer wieder zu Attacken auf Chinesen. Als Urheber gelten Angehörige von muslimischen Minderheiten, die sich von den Han-Chinesen diskriminiert fühlen.

Nach den Attacken verstärkt die Zentralregierung in Peking ihre Sicherheitskräfte in der Unruheprovinz. Vor allem Muslime stehen seither unter besonderer Beobachtung. Und nicht nur das: Immer wieder gibt es Gerüchte über Inhaftierungen in Arbeitslagern. China hat die Existenz solcher Lager immer bestritten, doch nun steht im Nachbarland Kasachstan eine Frau vor Gericht, die in einem dieser Lager inhaftiert gewesen sein soll.

In Xinjiang leben 1,5 Millionen ethnische Kasachen, die grösstenteils muslimisch sind. Bislang hatten sich die chinesischen Repressionen in Xinjiang vor allem gegen die Minderheit der Uiguren gerichtet, doch Absal Kuspanow, der Verteidiger der 41-jährigen Angeklagten meint: «In ihrem Arbeitslager gab es 2500 ethnische Kasachen, die in China geboren worden sind. Sie wurde zur Arbeit gezwungen.»

Die Frau, die über die chinesische Staatsbürgerschaft verfügt, gibt an, über die Grenze nach Kasachstan geflohen zu sein, weil hier ihre Familie lebt. Für diesen illegalen Grenzübertritt steht sie nun in Scharkent vor Gericht.

Inzwischen wächst der Druck auf die kasachische Regierung, gegen die Lagerhaft von Landsleuten bei der chinesischen Regierung zu protestieren. Allerdings ist Peking der wichtigste Handelspartner. Ein Zerwürfnis könnte sich Kasachstan nicht leisten.