China entwickelt als Tauben getarnte Überwachungsdrohnen

Quelle: FutureZone

Die “Überwachungsvögel” sind von echten Tauben kaum zu unterscheiden und bereits an vielen Standorten im Einsatz.

Mehr als 30 chinesische Behörden testen derzeit einen „Spionagevogel“, der an der Northwestern Polytechnical Universityin Xian entwickelt wurde. Dieser soll mit seinem Tauben-ähnlichen Aussehen kaum auffallen und so die unbemerkte Überwachung ermöglichen. Die Drohne kam laut der South China Morning Post vor allem in der Region Xinjang zum Einsatz, wo die muslimische Minderheit der Uiguren lebt. Diese werden von der chinesischen Regierung aufgrund ihres Bestrebens nach mehr Autonomie besonders stark überwacht.

Lautlos und unerkannt

Die künstliche Taube ist mit 200 Gramm ähnlich schwer wie eine echte Taube (rund 290 Gramm). Bei der Ausdauer kann die Kopie allerdings noch nicht mithalten: Während Tauben mehrere Tage lang fliegen können, schafft die Drohne maximal 30 Minuten. Das liegt auch an der Ausstattung, die eine HD-Kamera, GPS, das Steuersystem sowie eine Verbindung zu einem Satelliten umfasst. Die Höchstgeschwindigkeit der Kopie beträgt 40 km/h.

Um nicht von Menschen entdeckt zu werden, ähnelt die Taube nicht nur vom Aussehen einer Taube, auch das Flugverhalten und die Bewegungen ahmen 90 Prozent des Vogelverhaltens nach. Sie seien so lebensecht, dass sie oftmals von echten Vögeln begleitet werden. Ein weiterer Vorteil sei das leise Flugverhalten: Während herkömmliche Drohnen auf Rotoren setzen, die ein Bienenschwarm-ähnliches Surren verursachen, kann die „Taube“ durch das Schlagen ihrer Flügel nahezu lautlos durch die Luft gleiten.

Den Beweis dafür lieferte man bei einem Testflug über einer Schafherde ab, die durch die Drohne nicht alarmiert wurde. Schafe gelten üblicherweise als relativ schreckhaft und lassen sich von ungewohnten Geräuschen rasch aus der Ruhe bringen. Das Militärhofft auf die Technologie, da das kleine Flugobjekt durch die lebensechten Flugbewegungen kaum vom Radar erfasst werden kann. Durch künstliche Federn könnte die Radarsignatur weiter verfälscht werden.

Gegenmaßnahmen in Arbeit

Um auf derartige Bedrohungen reagieren zu können, werden bereits neue Radartechnologien entwickelt, wie ein holographischer Radar, der Flugobjekte in 3D abbilden und so derartige Tarnversuche erkennen soll. Die Technologie hat zudem abgesehen von der Reichweite weitere Einschränkungen. So kommt sie derzeit bei schlechten Wetterbedingungen, beispielsweise starken Winden, Regen oder Schneefall, kaum voran. Zudem fehlt eine Objekterkennung, die Kollisionen  rasch verhindert – mittlerweile ein Standard im Drohnengeschäft.