#FreeThemAll: Memetjan Abdulla, China, Uigure und Journalist

Quelle:Welt

#FreeThemAll Lebenslange Haft wegen einer Übersetzung

Memetjan Abdulla arbeitete acht Jahre als Redakteur für den uigurischen Dienst des chinesischen Staatsrundfunks CNR

Quelle: Infografik Die Welt, Foto: Stringer/Sputnik/dpa

WELT-Korrespondent Deniz Yücel ist aus türkischer Haft entlassen worden. Hunderte andere kritische Beobachter hingegen bleiben eingesperrt. Wir vergessen sie nicht, sondern erinnern an ihr Schicksal – heute: Memetjan Abdulla

Memetjan Abdulla, 41, ist seit acht Jahren in Haft, aber nach dem Willen der chinesischen Justiz soll der ethnische Uigure auch die nächsten Jahrzehnte im Gefängnis verbringen: Im April 2010 wurde der Redakteur des Staatsrundfunks CNR zu lebenslanger Haft verurteilt.

Die Vorwürfe: Er habe ethnische Unruhen angezettelt, die Staatsmacht untergraben, ausländische Journalisten informiert und einen illegalen Protest organisiert. Hintergrund waren die antichinesischen Massenunruhen 2009 in Ürümqi, Hauptstadt des Uigurischen Autonomen Gebietes Xinjiang im Nordwesten Chinas.

Abdulla wurde beschuldigt, einen chinesischsprachigen Protestaufruf des in München sitzenden Uigurischen Weltkongresses übersetzt und auf der uigurischsprachigen Web-Seite Salkin veröffentlicht zu haben, für die er in seiner Freizeit als Betreiber und Reporter arbeitete.

Das Schreiben forderte zur Solidarität mit uigurischen Wanderarbeitern auf, die von Han-Chinesen überfallen worden waren. Das löste neun Tage später den großen Aufruhr in Ürümqi aus. Bei der Niederschlagung wurde auch Abdulla festgenommen und nach Angaben von Radio Free Asia heimlich der Prozess gemacht.