Hongkonger Gericht hebt Haftstrafe gegen Joshua Wong auf

DW, 06.02.2018

Für ihn ist es ein Teilerfolg: Der Anführer des Hongkonger “Regenschirm-Protestes”, Joshua Wong, ist vorerst wieder ein freier Mann. Das gilt auch für zwei seiner Mitstreiter. Wie lange die Freiheit währt, ist unklar.

Hongkongs junger Protestführer Joshua Wong muss vorerst nicht zurück ins Gefängnis. Das Oberste Berufungsgericht der Stadt hob eine im Sommer gegen den 21-Jährigen verhängte Haftstrafe auf.

Wong war im August im Zusammenhang mit den vor drei Jahren ausgebrochenen “Regenschirm-Protesten” zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt worden, wurde später aber gegen Kaution wieder entlassen, um in Berufung gehen zu können. Auch die Haftstrafen gegen Wongs Mitstreiter Nathan Law und Alex Chow hob das Gericht auf.

Wie lange Wong auf freiem Fuß bleiben darf, ist unklar. Der Aktivist war Mitte Januar in einem separaten weiteren Verfahren zu drei Monaten Haft verurteilt worden, kam aber Tage später auf Kaution wieder frei, um auch in diesem Verfahren in Berufung gehen zu können. Eine Entscheidung steht noch aus.

Mehr Demokratie gefordert

Die “Regenschirm-Proteste” wendeten sich gegen einen Ende August 2014 vom Nationalen Volkskongress in Peking gefassten Beschluss, nach dem zukünftig ein 1200-köpfiges vom chinesischen Staat gebildetes Komitee die Kandidaten zur Wahl des Hongkonger Verwaltungschefs festlegt, bevor die dortige Bevölkerung über die Personen abstimmen kann.

Die Teilnehmer der Proteste forderten entweder freie Wahlen oder wenigstens den Erhalt der bisherigen Regelung. Sie besetzten Teile der Finanz- und Regierungsbezirke.